Das Dschungelbuch richtig verstehen

Das Dschungelbuch mit dem kleinen Jungen Mowgli erhielt 1907 den Literaturnobelpreis. Rudyard Kipling sorgte von Anfang an mit diesem Stoff für Begeisterung und Kritik. Heute zeigen viele Literaturwissenschaftler auf, dass Kipling und sein Meisterwerk verkannt sind.

Im Dschungel Indiens ist eines nachts der gefürchtete Tiger Shir Khan auf Beutejagd. In einem Dorf hofft er, fündig zu werden. Das schwächste der Schwächsten ist sein Opfer. Ein Baby, dessen Eltern davonliefen. Doch dieses Kind wird von einer Wolfsfamilie und später auch vom Rudel aufgenommen. Die Wolfsmutter tauft das Kind „Mogwli“. Das bedeutet kleiner Frosch, weil Mowgli anders als seine Brüder nackt ist. Baloo, der Bär, und Bagheera, der Panther, werden Mowglis Lehrer, Freunde und Beschützer. Doch der mächtige Tiger Shir Kahn bleibt eine Gefahr und diese gilt es abzuwenden.

Das Dschungelbuch Band 1 und 2

DAS DSCHUNGELBUCH ist eine Geschichte voller Tiefgang, Liebe und Gefühlen. Kipling beschreibt die Tiere, die Natur und die Gedanken meisterhaft. So passiert es, dass der Leser sich in den Worten verliert und plötzlich im Dschungel steht, das Fell von Bagheera spürt und die Affen hört, die in der Ferne toben. Gänsehaut, Lachen und Weinen überkommen den Leser und an mancher Stelle eine große Sehnsucht nach dem wilden Grün Indiens.

DAS DSCHUNGELUCH besteht eigentlich aus zwei Bänden. Der erste Band erschien 1994, der Zweite 1995. Der erste Band ist hierzulande als DAS DSCHUNGELBUCH bekannt. Der zweite enthält vier Erzählungen, die unabhängig voneinander sind und sich nicht um Mowgli drehen. Auch hier stehen die Tiere im Vordergrund.

Rudyard Kipling schreib einst DAS DSCHUNGELBUCH für seine Kinder und erinnerte sich darin an seine Kindheit in Indien. Im damaligem Bombay wurde Kipling 1865 geboren. Als Kipling in die Schule kam, musste er nach England. Er kehrte erst mit 17 Jahren wieder zurück.

Die Veränderung des Textes

DAS DSCHUNGELBUCH erschien zunächst in Zeitungen. 1895 dann wurde Kipling über Nacht dank der Bücher berühmt. 1898 erschien die erste deutsche Übersetzung und verdrehte viele Aussagen Kiplings ins Gegenteil. Es kamen erste Kritiken auf. Kipling wurde eine imperialistische Haltung vorgeworfen. Aber damals war der indische Subkontinent eine riesige britische Kolonie. Trotz allem erhielt Kipling 1907 mit nur 42 Jahren den Literaturnobelpreis für DAS DSCHUNGELBUCH.

Als die Nationalsozialisten das Buch in die Hände bekamen, wurde der Text abermals passend gemacht, entsprechen der damaligen Ideologien. Diese Übersetzung nach 1945 erschien noch bis vor Kurzem. Auch die Verfilmung durch Walt Disney 1967 kommt dem Original nicht annähernd nahe.

Erst 2018 erscheint DAS DSCHUNGELBUCH dann endlich wieder getreu nach Kipling. Die Ausgabe vom „Dressler Verlag“ ist nach 95 Jahren die Erste, welche sich streng nach den Worten des Autors richtet. Ja, es gibt Stellen in DAS DSCHUNGELBUCH, die erzählen von der Härte und Unbeugsamkeit des Dschungels. Leben oder Sterben. Aber ist das so falsch? „Das Leben ist ein Kampf, in dem dir kein Sieg geschenkt wird.“, sagte Kipling. Und wir alle wissen, dass daran sehr viel Wahres ist.

DAS DSCHUNGELBUCH I
Dressler Verlag (Verlagsgruppe Oetinger)

12,- EUR

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