Paw Patrol Kinofilm

2021 kam der Kinofilm zur beliebten Kinder-Animationsserie PAW PATROL in die Kinos. Ryder und seine mutigen Welpen waren auf der Leinwand auf Rettungsaktion. Kritiker meinen, PAW PATROL muss gegendert werden. Warum eigentlich?

Meine fast vierjährige Tochter ist ein großer PAW PATROL Fan. Am liebsten wäre sie Chase oder Rubble oder Sky. Auch wenn sie die Figuren zumeist auf Bücherseiten erlebt, haben wir uns zusammen vor einiger Zeit das 87-minütige Kino-Spektakel via Stream angesehen. In 3 Etappen wohlgemerkt.

Erwachsene Kritiker jeder Art interpretieren in die Animationsabenteuer der PAW PATROL alles Mögliche hinein. Warum nur? Muss alles gegendert sein? Political correct? Pädagogische Highclass? Können Kinderhelden nicht so sein, wie sie sind? Wie ihre Erschaffer sie erdachten. Warum „verteufeln“ oder verklären wir alles?

Was genau ist die PAW PATROL?

Die Hundestaffel der PAW PATROL besteht aus Ryder, einem zehnjährigen und sehr begabten Jungen, und seinen Hundefreunden. Das sind Chase (Polizeihund und Anführer), Marshall (Feuerwehrhund und Tollpatsch), Rocky (Recyclingfreund und wasserscheu), Zuma (Wasserrettungshund und eher der Ruhige) Rubble (Baggerfahrer und Badefreund) und Skye (Pilotin und furchtlos). Sobald jemand in Not gerät, treten die sechs Freunde und Ryder zur Rettung an.

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Die Truppe der PAW PATROL

PAW PATROL Universum für Kinder

Besonders beliebt ist die TV-Serie, die 2013 das erste Mal in Kanada ausgestrahlt wurde. Seither gibt es Bücher, Zeitschriften, kleine Filme, Hörspiele, Spielzeug und jede Menge anderes Merchandising. Meine Tochter liebt die Hörspiele und die Bücher. Hin und wieder (einmal die Woche) darf sie sich eine Folge der Serie anschauen. Manchmal hat sie keine Lust darauf und dann ist das auch gut.

Die Geschichten sind relativ simple, wobei es auch Episoden gibt, wo die Hundestaffel auf Außerirdische oder andere seltsame Wesen trifft. Diese Episoden sind für Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren tatsächlich etwas befremdlich. Denn: Wenn Kinder nicht mal unsere Welt vollends begreifen, wie sollen sie das Universum verstehen?

Die Bücher zu der Serie sind zumeist sehr bunt und einfach zu lesen. Textlich könnten sie anspruchsvoller sein.

Die Abenteuer

Grundsätzlich empfinde ich die PAW PATROL als harmlos. Die Geschichten verlaufen immer, aber auch stets, nach demselben Schema. Die Figuren sind süß und haben alle einen sehr eigenen Charakter. Rocky zum Beispiel ist wasserscheu und muss sich dennoch dieser Phobie hin und wieder stellen. Bemängelt wird häufig, dass Sky das einzige Mädchen der Truppe ist. Aber es gibt noch andere coole weibliche Figuren wie ein taffe Bürgermeisterin, ein Unternehmer-Mädchen namens Katie mit eigenem Waschsalon oder die Fellfreundin Everest.

Die Abenteuer der PAW PATROL gehen immer gut aus und ziehen eine Lehre nach sich. Die Hunde sind immer ein Team, verlassen sich aufeinander und stehen vor allem ihrem Besitzer Ryder treu zur Seite. Das sind sehr positive Eigenschaften.

Was passiert im PAW PATROL KINOFILM?

Im PAW PATROL KINOFILM haben der zehnjährige Ryder und seine sechsköpfige Hundestaffel ihren ersten Einsatz in der Großstadt. Normalerweise leben die Helden in der abgelegenen und beschaulichen Abenteuerbucht. Doch der Bösewicht, Bürgermeister Besserwisser, führt die Einsatztruppe in eine Metropole, die auf den ersten Blick New York sein könnte. Nur ein bisschen bunter. Dort traf Ryder einst auf seinen Freund Chase, den Polizeihund der PAW PATROL. Chase als Anführer der Fellfreunde gehört zu den beliebtesten Figuren der Serie.

Bürgermeister Besserwisser will nun die Stadt für sich gewinnen und verursacht ein Riesenchaos. Die PAW PATROL muss also wieder für Ordnung sorgen und dabei wird Chase in die Vergangenheit zurück katapultiert. Die Erinnerungen an seine einstige Heimat sind keine besonders Guten und er kämpft gegen sich selbst. Doch sein Freund Ryder kann ihm helfen, seine Stärken zu erkennen.

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Sky, die Pilotin

Mein Fazit zum Kinofilm

Alle Kinder in meinem Umfeld lieben die heldenhaften Hunde. Die Serie ist, wie bereits erwähnt, kaum überraschend. Jede folgt einer festen Dramaturgie. Kinder lieben Gewohnheit. Der Kinofilm allerdings überrascht. Das Erste, was meine Tochter nach nur wenigen Sekunden sagte:
„Mama, die Paw Patroler sind neuer!“

Ja, die Figuren sind modern, weil natürlich hübsch animiert, so wie sich das für einen Kinofilm gehört. Die Farben glänzen, leuchten, schimmern. Das Licht ist toll. Die Musik der Oberhammer und der Humor sensationell. Ich lache. Mein Kind lacht. Nicht immer an derselben Stelle, aber das kennen wir alle von Pixar, Dreamworks und Disney.

Die Story findet an einem neuen Ort statt. Super. Es gibt neue Einblicke in den Ursprung der Figuren. Wunderbar. Kinder lernen einen neuen Hund kennen. Juhu! Äh, Pardon! Eine neue Hündin. Sie ist klug! Brillant! Emotionale Szenen sind musikalisch unterlegt. Die Musik ist modern, stimmig, nicht kindlich. Fantastisch! Ein wenig viel Action womöglich. Na gut.

Zu wenig Genderness in PAW PATROL?

Die Serie als auch der Kinofilm von PAW PATROL richtet sich an Kleinkinder bis Ende des Kindergartenalters. Diese Kinder haben noch kein Interesse oder die Fähigkeit, sich mit Weltanschauung oder Rollenbildern und schon gar nicht mit der Gleichberechtigung zu beschäftigen. Natürlich wollen wir unsere Kinder fördern und sie anleiten, jeden Menschen als gleich und nicht anders zu betrachten und, und, und …

Kinder erleben Filme oder Serien oder Videos als Abenteuer und Magie. Es ist pure Aufregung und ein Mysterium. Ob das gut ist, ist ein anderes Thema – zumal es noch keine ausführlichen Langzeitstudien gibt. Sprich: Welche Auswirkungen haben Videos, Smartphones und Tablets auf Kleinkinder?

Kinder lieben es bunt, süß, emotional. Sie wollen lachen und Dinge entdecken und mit anderen Kindern oder/und den Eltern teilen. Sie wollen spielen, sich ausprobieren, lernen, wissen und sehen. Sie tauchen in Fantasiewelten ein. Nichts anderes.

Es spielt weniger eine Rolle, ob etwas korrekt ausgedrückt und eine Figur männlich oder weiblich ist. Kleinkinder machen hier noch keinen Unterschied – es sei denn, wir stoßen sie darauf.
Mädchen wollen Tierhelden sein?
Ja bitte!
Männlich oder weiblich?
„Egal Mama! Hauptsache ich kann bellen!“
Jungs wollen sich als Prinzessin verkleiden! Juhu!
„Das geht nicht! Jungs tragen keine Kleider!“
„Doch Papa, hab‘ ich gestern beim Bäcker gesehen! Ein Mann mit Rock. Der hatte Punkte. Wie bei Mama.“

Nehmen wir unseren Kindern bitte nicht diese natürliche Geschlechtslosigkeit. Das ist genau das, was wir uns Erwachsene wünschen. Vergesst das Geschlecht! Hauptsache es steckt ein Mensch im Körper. Mit Gefühlen und Verstand! Ziehen wir unsere Kinder bitte nicht bereits in diesem Alter in unseren Kampf um das Natürlichste auf der Welt: Gleichberechtigung.

Kinder werden zu schnell erwachsen

Es ist die Aufgabe der Eltern, Gesehenes und Gehörtes zu begleiten und hinterher zu besprechen. Aber bitte lass‘ deinem Kind die Fantasie. Falsch ist auch richtig! Eltern entmystifizieren viel zu schnell die Welt, in der Kinder leben und träumen. Mit ungebremster Wucht erkennen unsere Engel, dass die Figuren und Geschichten aus Bücher, Serien und Filme nicht immer wahr, echt oder real sind. Das ist zwar wichtig, aber wichtiger ist, dass es eine Wahrheit von unendlich vielen ist.

Wenn unsere Gesellschaft die Akzeptanz von Andersartigkeit und Einzigartigkeit und Vielfalt wünscht, sollten wir Phänomene wie die PAW PATROL als das eben akzeptieren. Auch wenn wir Erwachsene uns überhaupt nicht damit identifizieren. Müssen wir nicht. Wir sind keine Kinder mehr und hatten/haben unsere eigenen Träume.
A propos!
Erinnerst du dich noch daran?
An deine Kindheitsträume?
Vielleicht kramst du sie mal raus und tauchst hinein!

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PAW PATROL: DER KINOFILM (Paw Patrol: The Movie)
2021
Paramount Pictures

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