George Floyd

Photo by Vince Fleming

George Floyd stirbt am 25. Mai 2020 in Chicago, weil er laut Polizei mit einer gefälschten 20-Dollar-Note Zigaretten gekauft haben soll. Es ist zwanzig Uhr abends. Mehr als eine Stunde später ist George Floyd tot und Amerika im Chaos.

„I can’t breathe. I can’t breathe, man. Please.“

George Floyd war ein Afroamerikaner. Ein Mann, der vorbestraft war. Ein Mann mit schwarzer Haut. Die Polizisten Derek Chauvin und Tou Thao sind Männer mit weißer Haut. Es ist eine alte Geschichte, die sich in Amerika Tausende und Tausende Male in der Form ereignet hat. Es ist eine Geschichte von Rassenhass.

Es ist weit über 100 Jahre her, oder vielleicht gerade erst 100 Jahre her, da stürzten sich die Nordstaaten mit den Südstaaten in einen erbitterten Krieg. Das Ziel war es, die schwarzen Sklaven zu befreien. Damals der erste Bürgerkrieg. Und der Norden gewann. Von da an sollten die Schwarzen frei sein. Frei leben.

Abraham Lincoln, der Präsident der Nordstaaten

Verändert hat sich seitdem viel und wenig zugleich. Denn auch nach der Befreiung der Menschen, wurden Afroamerikaner immer wieder Opfer rassistischer Übergriffe. Bis heute.

Schwarze Freiheit, auch für George Floyd?

Überaus findig und brutal agierte der 1866 gegründete Ku-Klux-Klan. Dieser Name hat sich in die Köpfe vieler Menschen gebrannt, denn diese Rassisten verfolgten nicht nur Schwarze, sondern auch Weiße, die halfen. Der Name des Klans stammt von kyklos aus dem Griechischen für Kreis. Ein Kreis voller Menschen mit Ängsten und einem Hass vor dem anders sein.

Dann kam die Rassentrennung. Schwarze und Weiße saßen, arbeiteten, kauften getrennt von einander ein. In den 60iger Jahren traten dann die Aufbegehrer aus dem Schatten, darunter Radikale wie Malcom X oder Wortgewandte wie Martin Luther King. Seine Rede ist bis heute ein Synonym für Freiheit, nicht nur für die der Schwarzen.

„I have a dream that one day this nation will rise up and live out the true meaning of its creed: „We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal.“

2008 ereignete sich der BIG BANG in der Geschichte der Schwarzen in Amerika. Barack Obama wurde der erste schwarze Präsident der USA. Ein Zeichen für die ganze Welt, doch es ist leider verpufft.

Unterschiede heute

Trotz der gefeierten Gleichberechtigung der Schwarzen haben die Menschen noch immer Nachteile. Schaffen Schwarze einen guten Abschluss, haben mehr als 7 Prozent hinterher keinen Job. Unter den Weißen sind es 4 Prozent. Mehr als die Hälfte der Schwarzen hat pro Jahr weniger als 35.000 Dollar zur Verfügung. Und mehr als ein Viertel der Schwarzen leben in Armut.

Photo by Obi Onyeador

Was tun gegen Rassismus?

Rassismus in den USA hat eine lange Tradition und begann bereits mit Besiedlung Nordamerika im 16. Jahrhundert durch den „weißen Mann“. Die Ureinwohner können zahllose, traurige Geschichten voller Hass, Gewalt und Demütigung erzählen.

Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, denn Rassismus hat auch immer mit Angst zu tun und diese ist schwer zu bändigen. Ein menschliches Gefühl, dass sich wie alle anderen Emotionen nicht so einfach per Knopfdruck abschalten lässt. Hier hilft Aufklärung, denn Rassismus entsteht durch angsterzeugte Vorurteile und Unwissenheit.

Und George Floyd?

Der 46-jährige Afroamerikaner ist tot. Unwiederbringlich. Nichts wird ihn zurückbringen. Das sollte ein Mahnmal sein, aber es geht weiter. Am 12. Juni 2020 stirbt Rayshard Brooks auf der Flucht vor der Polizei. Auch das beendet nichts. Auch nicht das von George Floyds Anwalt veröffentlichte Video, in welchem jeder sehen kann, wie Passanten die Polizisten Derek Chauvin und Tou Thao anflehen und bitten, von dem Mann auf dem Asphalt abzulassen. Ich konnte es mir nicht anschauen. Der Ton allein reichte, um zu weinen.

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